VK 3,5 M
Eigentlich ist dieser Typ kein "echter" Nagetusch mehr, da der Hersteller der "VEB Karosseriewerke Dresden" mit dem "Zweigwerk Rosenthal" (Kreis Pirna, Sächsische Schweiz) gewesen ist. Die auffälligsten und umfangreichsten eingeführten Änderungen gegenüber dem Typ 3.5 waren dabei die Steigerung der Aufbauhöhe um etwa 13 cm (vgl. Fotomontage) und die Einführung der großen Seitenfenster auf einer Fahrzeugseite.

Fotomontage

Die Tür blieb dabei im Fahrzeugheck angeordnet. Diese Veränderungen resultieren vermutlich aus der Baugleichheit mit dem Verkaufswagen VK 3.5 (vgl. Zeitungsausschnitt ganz unten). Der neue Typ hat allerdings durch den Entfall der großzügigen Frontverglasung viel von seinem Charme eingebüßt und auch die Innenraumgestaltung wirkt durch diese nachträglichen Änderungen nicht so ansprechend wie bei den Originalmodellen. Sie erscheint trotz der guten handwerklichen Arbeit etwas provisorisch und hineingebastelt.

Zeichnungen der beiden Grundrisse:

Aus mehreren originalen Fahrzeugbriefen sind folgende technische Daten bekannt:

Gesamtlänge 443 cm
Gesamthöhe 253 cm
Länge Aufbau 350 cm
Breite Aufbau 200 cm
Stehhöhe 210 cm
Leergewicht 700 kg
Gesamtgewicht 750 kg
Schlafplätze:  
- Erwachsene 2
- Kinder 2
Preis 13.000,- M

 

Mir selber sind zwei verschiedene Ausführungen dieses Typs bekannt:

Ältere Ausführung:
(etwa 1971)
Ausgerüstet mit den zwei großen Fenstern auf der rechten Fahrzeugseite und einem kleineren Fenster jeweils an der Front und der anderen Seite sowie senkrecht angebrachten Rückleuchteneinheiten.
Spätere Ausführung:
(ab etwa 1972)
Diese sind nur mit zwei großen Fenstern auf der rechten Fahrzeugseite ausgestattet
Zur Untersützung der Belüftung wurde an der Fahrzeugfront äußerst elegant ein schicker Elektrolüfter installiert.

Die letzte Erwähnung zum Thema Nagetusch in einer Zeitschrift, die mir bekannt ist, stammt aus dem Jahr 1973:

Zeitungsartikel 1973
Quelle: Zeitschrift Deutscher Straßenverker, Heft 04/1973, Seite 121

Interessant an der gezeigten Darstellung des letzten Modells mit dem großen Doppelfenster ist, dass die Fenster auf der linken Fahrzeugseite angeordnet sind. Es ist die einzige mir bekannte Abbildung dieser Variante. Auch bei den Verkaufswagen-Ausführungen ist eine auf der Straßenseite angeordnete Verkaufstheke aus verständlichen Gründen eher nicht sinnvoll. Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass das Bild beim Bearbeiten für die Zeitung versehentlich gespiegelt wurde.

Abgelöst wurde der ehemalige Nagetusch Wohnwagen durch den heute häufiger anzutreffenden "Bastei", der auf der gleichen, inzwischen allerdings ausschließlich hydraulisch gebremsten, Achskonstruktion rollt. Auch dieser wurde in zwei Ausführungen als Wohnwagen und Verkaufswagen hergestellt.